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Technik hinter der Kreditkarte – was Sie wissen müssen

Lange Zeit führte die Kreditkarte als Zahlungsmittel zumindest in Europa ein Nischendasein. Heute ist die Situation eine andere, inzwischen ist sie ungemein beliebt. Tag für Tag zücken Millionen Menschen ihre Karten und bezahlen damit. Was dabei im Hintergrund abläuft, wissen jedoch nur die wenigsten. Dabei ist es spannend, sich mit der Kreditkartentechnik zu beschäftigen.

Basiswissen zur Kreditkarte

Jede Kreditkarte kommt im typischen Scheckkartenformat daher. Interessant: Das Format ist genormt, nämlich nach DIN 7810. Dieser Standard ist für das Bezahlen ungemein wichtig, schließlich muss gewährleistet sein, dass eine Karte in Lesegeräten sowie an Bancomaten überall auf der Welt funktioniert.

Jede Kreditkarte ist auf der Vorderseite bedruckt. Dort sind fundamentale Daten festhalten, die über den Inhaber informieren, die Gültigkeit angeben sowie die Kreditkartennummer. Im Regelfall ist eine Karte hochgeprägt, d.h. Name, Gültigkeit und Kartennummer sind außerdem zu spüren. Ist dies nicht der Fall, gilt die Karte als eingeschränkt, d.h. an Bezahlterminals in Geschäften wird sie im Regelfall nicht akzeptiert.

Digitalisierung und Sicherheit

Auf der Rückseite befindet sich grundsätzlich ein Magnetstreifen und ein Feld, auf dem der Karteninhaber unterschreiben muss. Zunehmend häufiger gibt es einen ergänzenden Chip, der sich wiederum auf der Vorderseite befindet. Besonders in Europa sind Karten dieser Art sehr verbreitet. Der Hintergrund ist der, dass entsprechende Chips deutlich schwieriger zu kopieren sind, als es bei Magnetstreifen der Fall ist.

Die Digitalisierung ist auch im Hintergrund festzustellen, d.h. beim Bezahlvorgang werden zahlreiche Daten abgerufen und ausgewertet. Ein gutes Beispiel ist das bargeldlose Bezahlen mit der Kreditkarte im Internet. Die meisten Händler verlangen nicht nur die Eingabe einer Kreditkartennummer, sondern möchten ergänzend die CVC Nummer erfahren. Bei ihr handelt es sich um eine Prüfziffer, die Missbrauch erschwert – die Kreditkartennummer alleine genügt nicht, um den Bezahlvorgang abschließen zu können.

Kreditkartengesellschaften mit zusätzlichen Sicherheitskonzepten

Einige Jahre lang galt dieses Verfahren für das Bezahlen im Internet als sicher. Doch um den Missbrauch noch weiter einzuschränken, haben die Kreditkartengesellschaften ergänzende Sicherheitsverfahren eingeführt. Die bekanntesten Konzepte sind der SecureCode von Mastercard sowie „verified by Visa“ von Visa Card. Beide Systeme sehen vor, dass sich im Rahmen der Online-Bezahlvorgangs ein ergänzendes Fenster öffnet und es dort ein ergänzendes Passwort oder eine TAN einzugeben gilt. Je nach System kann das Passwort statisch sein oder die PIN wird zuvor per SMS versendet.

Kartensperrung im Eiltempo

Banken und Kreditkartengesellschaften rühmen sich mit der hohen Sicherheit beim Bezahlen mit Kreditkarte. Allerdings hat das bargeldlose Bezahlen auch seine Schwächen. Gelangt eine Karte in die falschen Händle, kann es ganz schnell passieren, dass das Konto des Karteninhabers zu unrecht belastet wird.

Deshalb ist es wichtig, den Verlust oder gar Diebstahl einer Kreditkarte umgehend zu melden. Die Gesellschaften sperren dann unverzüglich die Karte. Früher war es so, dass danach immer noch ein Missbrauch erfolgen konnte, wobei der Schaden im Regelfall ersetzt wurde. Heute erlauben es die digitalen Systeme, Kreditkarten viel schneller zu sperren. Ein kurzer Anruf bei der Gesellschaft und nur wenige Sekunden später ist die Karte nicht mehr zu gebrauchen.

Besonderheiten bei Prepaid Kreditkarten

Abschließend noch ein Hinweis zur Technik von Prepaid Kreditkarten. Sie sind als Zahlungsmittel wie gewöhnliche Kreditkarten verwendbar, sofern sie ausreichend aufgeladen sind. Findet eine elektronische Zahlungsanfrage (z.B. von einem Bancomat statt), prüft das System, ob ein ausreichender Verfügungsrahmen besteht bzw. die Karte gedeckt ist. Sollte dies nicht der Fall sein, sind Zahlungen nicht möglich.

Folglich ist es wichtig, eine Prepaid Kreditkarte stets ausreichend aufgeladen zu haben. Früher war dies fast ausschließlich mittels Überweisung möglich. Heute existieren weitaus mehr und vor allem schnellere Möglichkeiten. Hierzu zählt beispielsweise die Aufladung via Paypal. Sie wird zwar nicht von jedem Anbieter akzeptiert, doch die Anzahl der Banken steigt. Außerdem gibt es in der Schweiz einige Anbieter, die sogar Bareinzahlungen in ausgewählten Partnergeschäften akzeptieren.